It’s a Birdie!
Die Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungskanzlei Sykora steht vor einem Generationswechsel. Bernd Sykora wird die Geschäftsführung 2011 an seinen Sohn Jürgen übergeben.
In den über 30 Jahren ihres Bestehen hat sich die Kanzlei eine stabile und breite Klientenbasis aufbauen können, die inzwischen vom Unternehmenssitz in Purkersdorf aus betreut wird. Der Wechsel der Generationen soll nun gleichzeitig auch zu einer noch größeren Unverwechselbarkeit der Firma führen. Zu einem noch klareren Profil, zu einer starken Identität.
The Next Generation
Als Jürgen Sykora für ein neues Corporate Design zu Ferrás kam, hatte er bereits eine sehr genaue Vorstellung davon, wofür die Kanzlei in Zukunft stehen sollte, wen sie ansprechen würde, und in welcher Art diese Ansprache stattfinden müsse. Neben den bisherigen Standbeinen Buchhaltung, Lohnverrechnung und Bilanzierung, sollte besonders die Vermögensverwaltung, Wirtschaftsberatung und Wirtschaftstreuhand forciert und damit einhergehend vermehrt Wiener Klientel gewonnen werden.
Jürgen Sykora wünschte sich ein Corporate Design, das solide, lebendig, vertrauenserweckend und edel sein sollte, ohne dabei aber steril, unpersönlich oder elitär zu wirken: Die Kanzlei Sykora hat acht Mitarbeiter, keine achtzig. Sie ist ein Familienbetrieb – und stolz darauf. Genau diese strukturellen Vorteile kleinerer Kanzleien wollten wir deutlich machen: die schnelle Lern- und Anpassungsfähigkeit, den Erfindergeist, das Unmittelbare und Nahbare.
Parsus ferrásus
Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater haben mit Geld zu tun. Mit Gesetzen auch, klar, aber im Mittelpunkt steht immer das Geld, Geld ist die konkreteste Erscheinungsform ihrer Tätigkeit. Und ums Konkretisieren geht es ja schließlich bei jedem Logoentwurf, bei jeder Logogestaltung. Anstatt nun aber etwas von Natur aus sehr abstraktes und austauschbares wie Geld in den Mittelpunkt des Designs zu stellen, entschieden wir uns für eine andere, persönlichere Herangehensweise.
Sykora, der Name der Kanzlei, kommt aus dem Tschechischen und bedeutet Kohlmeise. Der kleine, clevere, liebenswert fleißige Vogel, der als besonders erfinderisch gilt. Ein Standvogel auch: einer, der gekommen ist, zu bleiben. Somit erfüllt die Kohlmeise als Symbol und Identitätsträger, genau so, wie ihr der Schnabel gewachsen war, bereits eine Vielzahl jener Eigenschaften, die es zu kommunizieren galt. Edel, ehrbar und wertig zählten allerdings nicht dazu. Diese Merkmale würden über die Materialanmutung vermittelt werden, über das Federkleid der Kohlmeise, über Form und Farbe der eingesetzten Typografie.
So verwandelten wir die Kohlmeise (Parus major) alchemistisch in eine Goldmeise (Parus ferrásus) und stellten ihr in Purpur die serifenlose Gotham zur Seite. Ursprünglich für das Modemagazin GQ entworfen, vermittelt die Gotham-Familie gleichzeitig Zeitgemäßes als auch Etabliertes. So war es kein Wunder, dass sie schließlich auch bei Obamas Wahlkampf zum Einsatz kam. Change – ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vergessen. Ging es nicht genau darum beim Generationswechsel der Kanzlei Sykora?
Für verfilzte Strukturen!
Als geborener Netzwerker spielt die Visitenkarte für Jürgen Sykora eine große Rolle. Er war bereit, sie sich auch einiges kosten zu lassen. Dabei wurde das noch nasse elfenbeinfarbene Papier filzgeprägt und die Goldmeise per Messingrohling und Heißfolie ins Papier geglüht. Die glänzend glatte Goldfläche, die klar Vermögen und dessen Verwaltung evoziert, bildet so einen spürbaren Kontrast zu ihrer leicht aufgerauten Umgebung.
Die vielen Anwendungen des neuen Corporate Designs reichen von Word-Vorlagen, Vollmachten und Formularen bis zur Fahnen- & Fassadengestaltung. Je nach Kontext übernimmt die Goldmeise unterschiedliche Funktionen, so trägt sie etwa am Klebeetikett, das Sendungen siegelhaft verschließt, ein Kuvert im Schnabel.
Gleichzeitig markiert der Schnabel beim Briefpapier die Falzposition und am Folgepapier den Textbeginn. Das Symbol der kleinen Goldmeise war dort sogar stark genug, als einziges Element noch die Kanzlei-Identität sicherzustellen. Beim Corporate Design macht eben manchmal schon ein einziger Vogel den Frühling …
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