Krisenbedingte Vorteile im Online-Marketing.

von Florian, geschrieben am 13. März 2009

Finanzkrise! Überall. Der gefühlte Anteil an Zeitungsartikeln, die nicht mit dem neuen f-word zu tun haben, bewegt sich bei mir derzeit im niedrigen zweistelligen Bereich und lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis dem ersten Journalisten platzsparend und in Weltkriegs-Anlehung einfällt, die (mittlerweile!) Wirtschaftskrise mit WK abzukürzen. Google Österreich, selten von der langsamen Sorte wenn es darum geht Chancen und Trends zu erkennen, hat daher heute ausgewählte AdWord-Professionals zum Executive Lunch eingeladen.

Das Thema: New Business-Modelle mit Google (in wirtschaftlich unsicheren Zeiten). Also im Klartext: »Wie kann die Wirtschaftskrise für uns und unsere Kunden zur Chance werden?« Vorweg: das Essen war richtig gut ;-) , die Vorträge interessant und die Teilnehmer hochkarätig – alles in allem also ein paar gut investierte Stunden.

Ein Beispiel.

Stefan hat in seinen letzten Artikeln über Banken geschrieben. Es bietet sich also an, diesen Sektor auch hier als Beispiel anzuführen. Nun könnte man sich denken, dass gerade der Finanzsektor ein eher schlechtes Beispiel ist um zu zeigen, dass die Krise auch eine Chance sein kann – stimmt nicht, es ist sogar ein sehr Gutes. Betrachten wir es einmal aus der Sicht des Kunden (z.B. einer Bank): Der möchte vermutlich das Beste aus der Situation machen – und wird daher versuchen, sich so gut wie möglich über gewisse themenverwandte Begriffe zu informieren und sich somit selbst am besten dagegen zu rüsten, dass ihm die finanziellen Felle davon schwimmen.

Eine Analyse.

Schauen wir uns also an, was die Leute so während der ersten Wochen der aufkommenden Krise bei Google gesucht haben – ein bisschen Recherche und man kommt zu folgendem Bild:

Keywordanalyse im Finanzsektor

Keyword-Analyse im Finanzsektor. Quelle: Google Insights for Search

Das zeigt uns, dass es einen starken Anstieg an Anfragen zu Sparbüchern und Zinsen (also Finanzprodukten), zu Banken an sich und vor allem zum Begriff Einlagensicherung gab. Eigentlich logisch, der Kunde will wissen:

  • gibt es bessere Produkte als meine derzeitigen?
  • wo bekomme ich die?
  • wer hat die besten Konditionen?
  • und vorallem: ist mein Geld dort SICHER?

Ihr erkennt worauf ich hinaus will? Das ist DIE Chance für ein Finanzunternehmen, rasch mit geeigneten Informationen Kunden zu gewinnen – klarerweise dort wo gesucht wird, nämlich im Internet und dort wiederum über Suchmaschinen. Wer wird den Kunden wohl bekommen? Richtig – jenes Unternehmen, das seine Seite darauf anpasst, das Werbung macht mit diesen Begriffen und das am schnellsten auf die richtigen Keywords setzt (Einlagensicherung als GoogleAd-Keyword: was für eine Chance. Es ist sicher günstig zu Beginn, weil es ein Begriff ist, der bis dahin nicht nötig war besetzt zu werden und wohl die perfekte Möglichkeit dem potentiellen Kunden zu zeigen »wir sind da für dich, wir wissen was dir Sorgen bereitet; bei UNS bist du auf der sicheren Seite«).

Kurz gesagt: eine Chance, oder? Man muss nur flexibel sein und die richtigen Kommunikationskanäle kennen.

Ähnlich sieht es in der Autoindustrie aus. Sie ist arg geschüttelt durch die Wirtschaftskrise, kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht liest wie schlecht es dieser Branche geht. Ich kann auch hier nur sagen: Im Internet gibt es so viele Möglichkeiten den Kunden (der sich nun viel besser über die Produkte informiert und nicht einfach emotionsgesteuert kauft wie in wirtschaftlich guten Zeiten) auf seine Seite zu ziehen. Hier ein kleines Beispiel: der Suchbegriff Verschrottungsprämie.

Keywordanalyse Automarkt

Keyword-Analyse Autoindustrie. Quelle: Google Insights for Search

Auch hier stellt sich eigentlich nur die Frage »wer holt den Kunden als Erster ab« – und wie man sieht: die Autoindustrie hat’s verstanden ;-)

Die Conclusio.

Suchanfragen im Internet steigen kontinuierlich – in Zeiten der Wirtschaftskrise sogar noch stärker als sonst. Potentielle Kunden informieren sich mehr bevor sie kaufen, und das tun sie häufig im Internet. Ich würde also sagen: Die Wirtschaftskrise ist definitv eine Chance, wenn man es versteht, das Medium Internet für sich zu nutzen und den eigenen Webauftritt sowie dessen Vermarktung rasch und professionell an die (Such)bedürfnisse der Kunden anzupassen.

P.S.:

Der Unternehmensberater Absolit aus Deutschland hat vor kurzem eine interessante Studie zum Thema »Online-Marketing-Trends 2009« veröffentlicht, in welcher gezeigt wird, dass »neben Usability, SEO, E-Mail und Web-Controlling [gehört] nun auch SEM zum Pflichtprogramm des Online-Marketing [gehört]« – dem kann ich mich nur anschliessen (siehe oben genannte Beispiele).

Verbreitung der wichtigsten Onlinemarketing-Instrumente - Absolit Studie

Verbreitung der wichtigsten Onlinemarketing-Instrumente. Absolit-Studie.

Die Verschiebung der Prioritäten - Absolit Stude

Die Verschiebung der Prioritäten. Absolit-Studie.

Kommentieren: