SES Coverage: Die Zukunft. Wenn soziale Treffsicherheit beängstigend ist.

von Florian, geschrieben am 17. August 2009

Am 3ten Tag der Search Engine Startegies Konferenz in San Jose präsentierte uns Charlene Li (Co-Autor des Buches »Groundswell: Winning in a World Transformed by Social Technologies«) ihre Vorschläge, wie man sich auf die Zukunft der Internet-Suche und des Internet-Marketings vorbereiten könnte (aus Sicht eines Anbieters, also nicht bezogen auf denjenigen, der dann etwas bei Google ins Suchfeld tippt).

Da ihrer Meinung nach vorallem die Solzialen Netzwerke stark an Wichtigkeit zunehmen werden, konzentrierte sich der Vortrag auf die zukünftige Verknüpfung von Suche und Online-Communities.

Engagement.

In den letzten 8 Jahren entwickelten sich die Suchmaschinen von reinen Textsuchen hin zu Suchen die Bilder, Videos und anderen Content abdecken – da liegt es nahe, dass der nächste Schritt wohl die Integration von Sozialen Medien sein wird. Das wiederum bedeutet aber, dass hier ein Paradigmenwechsel eintreten wird – weg von der Fokussierung auf Keywords, hin zum personenbezogenen Denken.

Die Suchmaschinen werden laut Charlene Li einen neuen Faktor in ihre Gewichtung der Ergebnisse miteinbeziehen – ‘Engagement‘. Was bedeutet das? Ich will hier nur kurz vorwarnen, jetzt wirds beängstigend: Ich bin jedenfalls in dem Vortrag gesessen und habe mich ständig gefragt: wollen wir das?

Stellt euch folgendes Szenario vor:

  1. Ich suche nach »Familienurlaub Frankreich«
  2. Die Suchmaschine checkt in Echtzeit, wer in meinen sozialen Netzwerken (Facebook, Myspace, StudiVz, Twitter, etc.) ist und wie einflussreich ich dort bin.
  3. Basierend auf meinem Einfluss und der Anzahl an Personen die ich potentiell beeinflussen kann wird mir ein Faktor zugewiesen, wie wichtig ich Werbepartnern sein kann. Im genannten Beispiel: Habe ich viel Einfluss auf eine große Anzahl an anderen Eltern, ist mein Klick auf eine Werbeanzeige bei Disneyland Paris sicher mehr Wert als wenn ich jemand bin, der weniger Freunde (und Einfluss auf diese) hat oder die Freunde nicht der Zielgruppe von Disneyland entsprechen
  4. Damit werden also in Echtzeit die ‘CPC‘ (Costs per Click) im Werbenetzwerk der Suchmaschine basierend auf meinen sozialen Kontakten angepasst.

Und, zuviel versprochen? War beängstigend das richtige Wort?

»Social media will be like air«

All das basiert natürlich auf der Annahme, dass soziale Medien in Zukunft noch viel wichtiger im täglichen Leben werden. Und wenn ich mir so angesehen habe, wie selbstverständlich in den USA jeder mit seinem Smartphone (im speziellen iPhones) rumläuft, ständig twittert oder Facebook verwendet und damit das soziale Medium in den Tagesablauf einbaut, bin ich geneigt ihr zu glauben.

Was ändert sich dadurch für Internet Marketing:
Nun, es gibt neben den bekannten Zielgruppen-Profilen (demografisch, geografisch, psychologisch, verhaltensorientert) jetzt auch noch das »social-graphic« (gott, wie soll ich das denn übersetzen?)-Profil, welches immer wichtiger wird.

Die Kernaussage, wie man in diesem Feld erfolgreich werden kann war folgende:

  • Focus on people, not keywords – build relationships
  • Focus on those relationships – not on technologies themselves

Genauer betrachtet heisst das folgendes:
Lerne von deiner Zielgruppe und deinen Kunden

In den sozialen Medien hat man die Chance, von seinen Kunden zu lernen. Diese sind geben hier ziemlich bereitwillig an und preis, was sie wollen. Gibt man den Kunden die Chance sich hier einzubringen, bindet man sie in seine Geschäftsprozesse aktiv mit ein, was immer nur positiv sein kann.

Ein gutes Beispiel ist hier Starbucks, welche sehr aktiv bemüht sind, Kundenfeedback rasch und unkompliziert zu bekommen – und dieses auch transparent zu bearbeiten (in deren Online-Ideen-System geht kein Vorschlag unkommentiert unter).

Schlussfolgerungen.

  • Soziale Medien werden sich zu einem integralen Bestandteils unseres Lebens entwickeln.
  • Personen müssen im Mittelpunkt jeder Such- und Marketingstrategie stehen, nicht Keywords.
  • Es ist höchste Zeit, sich mit den Technologien der sozialen Medien zu beschäftigen und diese zu verinnerlichen.
  • Sei bereit, die Kontrolle abzugeben (das passiert nämlich, wenn man soziale Medien einbindet: man hat beim besten Willen keine direkte Kontrolle mehr darüber, was und wie über seine Firma/Produkt geschrieben wird. Mehr zu diesem Thema in einem kommenden Blog-Artikel zur Session »Brand, Trademark & Reputation Management«)

Die Folien zum Vortrag.

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