Verbliebenes und Verblichenes I

von Stefan, geschrieben am 10. März 2009

In einer Stadt, in der man mit Besuchern aus dem Ausland problemlos darüber diskutieren kann, ob man denn in einer Altbauwohnung lebe oder nicht, schließlich sei das Gebäude ja nicht aus dem 19. Jahrhundert!, ja, in so einer Stadt finden sich natürlich auch auf den Fassaden einige Anachronismen …

… und hier ist der 1. Teil meiner Top-10 der verbliebenen und verblichenen Beschriftungen auf Wiener Innenstadt-Gebäuden:

Platz 10:

Tischzeugfabrik Carl-Siegl, Schwertgasse

Kaiserlich-Königlich privilegierte Tischtücher in der Schwertgasse.

Platz 9:

Das Jordanhaus am Judenplatz

Übersehen, konserviert, integriert: Eine immer noch antisemitische Inschrift am Jordan-Haus am Judenplatz. Wer »Flumine Jordani terguntur labe malisque corpora cum cedit, quod latet omnes nefas. Sic flamma assurgens totam furibunda per urbem 1421 Hebraeum purgat crimina saeva canum. Deucalioneis mundus purgatur ab undis Sicque iterum poenas igne furiente luit.« übersetzen kann, weiß, was gemeint ist.

Platz 8:

Bawag in der Seitzergasse

BAWAG’s Schattenwirtschaft in der Seitzergasse

Platz 7:

Wechslergeschäft Pinschof, SpiegelgasseDefinitiv aus Zeiten vor dem Euro: Bank- & Wechslergeschäft in der Spiegelgasse

Platz 6:

Knize am GrabenAus einer Zeit, als das vielleicht noch eine Art Dreiklang bildete. Die Hofburg ist halt nicht weit weg vom Graben, und: Bad Gastein verleiht Paris den Glanz, der ihm nun mal fehlt wie die Initiale.

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